Einleitung und Zielsetzung

Als kleines Unternehmen betreiben wir Produktentwicklung und Fertigung im Bereich der Sensortechnik und Messtechnik.
Dies ist in der heutigen Zeit vielleicht exotisch, denn klassische Produktentwicklung bedeutet hohe Entwicklungskosten für die erforderlichen Komponenten.
In unserem Fall sind das die Komponenten {Gehäuse}, die {Elektronik} und die {Software}.
Dies ist entweder nur bei hohen Stückzahlen oder bei einem sehr hohen Produktpreis wirtschaftlich.
Deshalb versucht ein klassischer Produktentwickler bei möglichst hohen Stückzahlen einen möglichst langen Produktzykus zu erreichen.
Genau dies machen wir anders.

Messuhr Konstruktionszeichnung in 3d-Ansicht

Agile Produktentwicklung

Wir kommen aus der Softwareentwicklung.
Hier war es vor langer Zeit auch so, dass die Produktzyklen sehr lange sind.
Eine Software war eine sehr langfristige Investition.
Entsprechend war ein ähnliches klassisches Vorgehen angebracht.
Bei der Entwicklung von Software hat hier in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden.
Das klassische Wasserfallmodell findet nicht mehr überall Anwendung.
In vielen Bereichen wird Software als ein dynamischer und flexibler Prozess verstanden.
Die agile Softwareentwicklung hat sich hier zumindest für einige Bereiche durchgesetzt – sicherlich auch mit dem einen oder anderen Nachteil.
Unter Betrachtung der sich daraus jedoch auch ergebenden Vorteile haben wir unsere Produktentwicklung auf eine agile Entwicklung abgestimmt.

Zeigt den Kreislauf einer agilen Entwicklung mit den einzelnen Entwicklungsschritten

Prinzip einer agilen Vorgehensweise

Dies bedeutet im auf ein Produkt übertragenen konkreten Fall:

  • Alle Gehäuse werden auf 3D Druckern gedruckt.
    Der Preis für ein Gehäuse vervielfacht sich dadurch zwar vom Cent-Bereich auf vielleicht einen Euro.
    Es liefert jedoch dafür den Vorteil, jederzeit Verbesserungen und Weiterentwicklungen am Gehäuse und Aufbau vornehmen zu können.
    Weiter können spezifische Kundenwünsche unkompliziert und schnell umgesetzt werden.

  • Als Elektronik-Bauteile werden nur Standard-Komponenten eingesetzt.
    Dies stellt auch bei kleinen Losgrößen und dynamischer Entwicklung sicher, dass eine lange und sichere Ersatzteilversorgung gewährleistet ist.


  • Die Software der Komponenten wird konsequent agil umgesetzt.
    Es werden wo möglich Standards mit Standard-Bibliotheken eingesetzt.
    Die Build-Prozesse sind automatisiert und Toolchains erstellen einfach und schnell neue Versionsstände.
    Neue Versionen können auf Wunsch und bei Bedarf einfach direkt aus der Ferne installiert werden.

Über alle Bereiche hinweg wird eine Dokumentation und Versionierung in hoher Präzision umgesetzt.
Dadurch ist es auch bei vielen Produktvarianten sicher möglich, jeden einzelnen Versionsstand zu reproduzieren und nachvollziehen zu können.

Dies alles vereint bedeutet ein leistungsfähiges Produkt in kleinen Stückzahlen zu vermarkten und mit kurzen Produktzyklen Innovationen sehr schnell in die Produktion einfliesen zu lassen.

Weiter lassen sich individuelle Kundenwünsche sehr einfach und zielgerichtet realisieren.
Dies beginnt bei Farbe und Material für das Produktgehäuse und endet bei eigenen Funktionen oder Schnittstellen in der Software.

Unsere Grundsätze

Unsere Produktentwicklung folgt weiteren wichtigen Grundsätzen um ein zuverlässiges und langlebiges Produkt für die Messtechnik zu erstellen.

Einfachheit

So einfach wie möglich. So komplex wie nötig.
Wir erleben es häufig in Projekten, dass Dinge unnötig kompliziert gemacht werden.
Dies versuchen wir mit unseren Entwicklungen zu vermeiden.

Modularität

Eine Veringerung der Komplexität führt unweigerlich zu einer Modularisierung.
Komplexe Themen werden so lange in kleinere Module geteilt, bis jedes für sich einfach zu lösen ist.
Dies führt zu einer einfachere Realisierung und dadurch zu geringeren Kosten.
So einfach ist es.
Durch die Modularität wird das gesamte Implementationsrisiko auf eigene Unterbereiche aufgeteilt.

Eigenständigkeit / Autark

Durch die Eigenständigkeit, also die Vermeidung von unnötigen Abhängigkeiten, wird das gesamte Ausfallrisiko verringert.
Vor allem negative (Seiten-)effekte durch abhängige Module dürfen das eigentliche Modul nicht beeinträchtigen.

Wiederverwendbarkeit / Reusability

Unabhängige und eigenständige Module ermöglichen eine hohe Wiederverwendung einzelner Elemente.
Auch dies spart Kosten und ermöglicht eine preisgünstige Produktentwicklung.

Testbarkeit / Validierbarkeit

Eine dokumentierte Test- und Validierbarkeit eines Systems ist inzwischen Standard und ermöglicht eine kontinuierliche und hohe Gesamtqualität des Produkts.
Modularität ermöglicht deutlich einfachere Modultests.
Gerade bei schnellen Produktzyklen sind automatisierte Tests sinnvoll und notwendig.

Simulationfähigkeit

Eine gute Simulationsfähigkeit der Produktumgebung ist zwingend für Leistungstests, Skalierungstests und Langzeittests.
Deshalb wird die Simulation von Anwendungsfällen von Anfang an mit eingeplant und umgesetzt.

Offenheit

Die Mindestanforderung einer Produktentwicklung sind offene Schnittstellen.
Diese Offenheit bietet Flexibilität in der Anwendung unserer Produkte und bietet unseren Kunden eine hohe Investitionssicherheit.